Eingetopft
Klimaanlage, Sauerstofflieferant, Raumteiler, Dekoration: Das Leben mit
Zimmerpflanzen bringt viele Vorteile.
VIELSEITIGES GRÜN Die gute Nachricht gleich vorweg: Es gibt Pflanzen, die man
auch ohne "grünen Daumen" beherbergen kann. "Im Trend liegt derzeit die Zamiifolia,
die gerne in Büros gestellt wird", sagt Gärtner Michael Ceron, "ich kenne bisher
niemanden, der es geschafft hat, diese Pflanze umzubringen."
Mit "grünen Freunden" wird jeder Lebens-Raum wohnlicher. Die richtige Pflanze
im passenden Gefäß gibt es für jedes Zimmer in Haus oder Wohnung. Doch welche
Pflanze passt wohin?
DER RICHTIGE RAUM Im Bad, das hohe Luftfeuchtigkeit bietet, fühlen sich Farne
wohl, auf der hellen Fensterbank in der Küche gedeihen Kräuter. In "leere", aber
nicht zu dunkle Ecken, z.B. im Treppenhaus, gehören pflegeleichte Exemplare wie
die Yucca-Palme.
Für den Wohn- und Essbereich eignen sich Blühpflanzen als attraktiver Schmuck,
die Aloe Vera verzeiht sogar trockene Heizungsluft. Die Idel besetzung für Arbeitszimmer
sind Gewächse, die erwiesenermaßen Schadstoffe filtern, wie die Grünlilie.
PERFEKTE PFLEGE Sowohl beim Gießen als auch beim Düngen gilt: mit Maß und Ziel.
Eine Pflanze, die ständige "nasse Füße" hat, droht zu verfaulen. Bei Wassermangel
hingegen vertrocknet sie. Die Erde im Topf sollte gleichmäßig feucht gehalten
werden. Höhere Luftfeuchtigkeit wird durch Besprühen erreicht.
Überdüngung kann gelbe Blätter zur Folge haben, Nährstoffmangel wiederrum einen
Schädlingsbefall verursachen. Abgestorbene Blätter sollten entfernt werden, denn
sie begünstigen Krankheiten. Im Fachhandel findet man gegen jedes "Übel" ein
entsprechendes Gegenmittel. Viele Gärtner kennen altbewährte Hausrezepte, ganz
ohne Chemie.
TOPF-PARADE Pflanzen werden beim Kauf meist in Ton- oder Kunststofftöpfen angeboten.
Wichtig ist eine Öffnung am Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Beim Umtopfen, das meist alle 2-3 Jahre fällig wird, sollte zusätzlich eine Schicht
Blähton eingezogen werden, bevor man neue Erde einfüllt.
Für jeden Wohnstil gibt es die passenden Pflanzgefäße: Wer sich gerne mit Antiquitäten
umgibt, wird eventuell am Flohmarkt fündig. Keramikübertöpfe aus Großmutters
Zeiten harmonieren gut mit schönen alten Möbeln. In nüchternen Büros oder reduziert-modern
gestylte Wohnungen passen Gefäße aus Edelstahl, die in vielen Formen und Größen
angeboten werden. Für mediterranes Flair sorgen Terracotta-Töpfe. Natürlich können
auch andere Behälter zweckentfremdet werden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen
gesetzt.
Kurier vom 13.08.2005
Bericht: Veronika Pavlicek
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TIPPS VOM PROFI
Michael Ceron, Gärtner in Faak am See, erklärt, worauf es ankommt:
• Als Faustregel gilt: je größer der Topf, desto pflegeleichter die
Pflanze. Kleinere Exemplare werden häufig übergossen und stehen
in den Übertöpfen im Wasser. Wurzelfäule ist die Folge.
• Zu wenig Luftzirkulation kann zu Schimmelbildung und Schädlingsbefall
führen.
• Prinzipiell kann man alle Zimmerpflanzen im Sommer ins Freie stellen.
Aber nur die wenigsten vertragen mehr als 2-3 Stunden direkte Sonne. Ideal ist
ein Platz an der Morgensonne.
• Wer auf Urlaub fährt, sollte noch einmal kräftig gießen und die Räume
abdunkeln. Kurzfristig weniger Licht ist besser als direkte Sonneneinstrahlung
beim Fenster.
• Umgetopft wird im Frühling, allerspätestens dann, wenn die Wurzeln aus
der Öffnung des Topfes herausschauen.
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